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01.10.20

Bundeswehr besucht Haßfurt


Seit nunmehr 17 Jahren besteht eine Patenschaft zwischen der Stadt Haßfurt und der 3. Kompanie des Logistikbataillons 467 aus Volkach. Gelebt wird diese durch regelmäßige Kooperationen und Treffen. So auch am vergangenen Dienstag, als eine Abordnung der Patenkompanie verschiedene Einrichtungen der Stadt besuchte, darunter auch die Feuerwehr.

Am Dienstagvormittag durfte Bürgermeister Günther Werner die Gruppe von 20 Männern und Frauen unter der Führung ihres Kompaniechefs, Major Raymond Kalus, in der Kreisstadt begrüßen. Nach der Begrüßung ging es zunächst in die Haßfurter Kläranlage. Der Betriebsleiter Matthias Langguth stellte in einem Rundgang die einzelnen Verfahrensabläufe dar. Er wies in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass es oft zu Störungen im Abwassersystem durch falsch eingebracht Abfälle (Feuchttücher) und Flüssigkeiten (Fette und Öle) kommt. Zu einem Schmunzeln bei dem einen oder anderen Soldaten führte ein Schaukasten, in dem die über die Jahre im Abwasser gefundenen „Fremdkörper“ ausgestellt waren. Hochinteressant fanden die Soldatinnen und Soldaten die zukünftig für die Haßfurter Kläranlage geplanten, innovativen Investitionen und Umbaumaßnahmen. Da zum einen die Kläranlage im Hochwasserrisikomanagement der Stadt Haßfurt eine der tragenden Säulen darstellt und zum anderen bei Hochwasser selbst stark gefährdet ist, war für Logistiker der Bundeswehr der Austausch bezüglich der Organisation, des Aufbaus und der Abwicklung der Hochwasserhilfe und des Hochwasserschutzes sehr interessant.

Als zweite Station stand ein Besuch der Feuerwehr auf dem Programm. Kommandantin Julia Volpert stellte die verschiedenen Aufgabenbereiche und die umfangreiche Ausstattung der FF Haßfurt dar. Besonderer Fokus lag dabei auf den Bereichen Katastrophenschutz und Führung – den beiden größten Schnittmengen zwischen Feuerwehr und Bundeswehr. Bezüglich des Katastrophenschutzes wurden unter anderem das Wechselladerkonzept, das Hochwasserrisikomanagement, das geplante Sirenenwarnnetz und der autonome Betrieb bei Stromausfällen präsentiert. Im Bereich Führung war vor allem die Einsatzleitung bei Flächenlagen, wie Hochwasser und Unwetter, von Interesse. Dazu wurden die Ausstattung der Einsatzzentrale, der mögliche Ausbau des Schulungsraums zum Stabsraum, sowie der Einsatzleitwagen und der Abrollbehälter Aufenthalt als mobile Führungsmittel vorgestellt.

Als Abschluss des mehrstündigen Besuchs nutzten beiden Seiten die Gelegenheit zur angeregten Diskussion denkbarer Kooperationsmöglichkeiten. Speziell die personellen und materiellen Potentiale der Bundeswehr zur Unterstützung bei Großschadenslagen waren von großem Interesse für die Feuerwehr. Weitere Treffen, etwa um die Kompatibilität der Feuerwehr-Abrollbehälter mit den Bundeswehr-Wechselladerfahrzeugen zu testen, wurden bereits vereinbart. Allein schon dieser fachliche Austausch beider Seiten stellte einmal mehr unter Beweis, wie wertvoll die Kompaniepatenschaft für die Stadt Haßfurt ist.

 

Text und Bilder: FF Haßfurt, Julian Weidinger