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Hilfsorganisationen informieren sich über Flugunfälle

Am Freitag, den 10.09. stand ein großer Ausbildungsabend für die Hilfsorganisationen von Feuerwehr, Rettungsdienst und technischem Hilfswerk auf dem Programm. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Flugsportclubs Ebern – Sendelbach Franz Hardi, konnte Kreisbrandmeister Jonas Ludewig eine Schulung zum Thema Flugunfälle auf die Beine stellen. Anwesend hierbei waren rund 60 Interessierte aus den verschiedenen Hilfsorganisationen und Mitglieder des Flugsportclubs. Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Franz Hardi die Ehrenamtlichen recht herzlich und bedankte sich für das große Interesse. Nach der Begrüßung starteten Kreisbrandmeister Jonas Ludewig und sein Kollege KBM Ralph Morgenroth mit einer Einführung zum Standardvorgehen der Feuerwehren bei Flugunfällen am Flugplatz in Sendelbach. Mit vordefinierten Einsatzmappen möchten sie den Feuerwehren ein Hilfsmittel an die Hand geben, um im Einsatzfall schnell und strukturiert arbeiten zu können. In den besagten Mappen befinden sich die Anfahrtswege sowie Erstmaßnahmen der betreffenden Wehren aus Sendelbach, Rentweinsdorf, Ebern, Gerach, Laimbach und Reckendorf. Neben wichtigen Informationen zu unterschiedlichen Flugtypen und Bauarten, befinden sich darin auch Hinweise zu Gefahrstoffen an der Einsatzstelle.

Im Anschluss referierte Steffen Jungkuntz als technischer Betriebsleiter der Firma Junkers Profly über pyrotechnische Rettungssysteme in Flugzeugen. Das Unternehmen wurde 1993 in Kulmbach gegründet und ist Hersteller dieser Rettungssysteme und Fachgeschäft rund um das Thema Fliegen. Herr Jungkuntz ist selbst erfahrener Flieger und konnte hier direkt aus erster Reihe berichten. Zunächst galt die Frage zu klären, was ein pyrotechnisches Rettungsgerät ist und im Anschluss natürlich in welchen Flugzeugen dieses verbaut ist. Ein Rettungsgerät wird in Ultraleichtflugzeugen verbaut und dient dem Piloten als letztes Rettungsmittel. Vereinfacht handelt es sich hierbei um einen Fallschirm für das Flugzeug. In einer Notlage kann dieses System über einen Bowdenzug aktiviert werden und befördert den Piloten sowie die Insassen und das Flugzeug langsam zum Boden zurück. Dieses Rettungsmittel ist mit Pyrotechnik ausgestattet. Der Fallschirm ist in einer Rakete verladen, welche eine Schubkraft von 60 KG hat. Deshalb war es Jungkuntz und Hardi wichtig, die Hilfsorganisationen über die Gefahren, welche von dieser Rakete ausgehen könnten, aufzuklären. Obgleich es für den Piloten die letzte Rettung bedeutet, kann es während der Rettungsmaßnahmen durch die Ehrenamtlichen aufgrund der möglicherweise verbauten Pyrotechnik zu einer gefährlichen Situation kommen. Deshalb ist hier höchste Vorsicht geboten. Jungkuntz selbst erklärte, wie man das Rettungsgerät gefahrlos machen kann, worauf man achten sollte, wenn die Rakete nicht abgeschossen ist und wie man erkennt, ob ein Flugzeug mit einem solchen Rettungsmittel ausgestattet ist, denn das ist nicht bei jedem Ultraleichtflugzeug der Fall. Denn hier ist für die Hilfsorganisationen das Problem. Nicht jedes Ultraleichtflugzeug ist mit einem solchen Rettungsgerät ausgestattet. Hier gilt es für die Führungskräfte an der Einsatzstelle die Warnmarkierungen zu erkennen und die im Gefahrenbereich arbeitenden Personen darüber zu informieren.

Im Anschluss wurde das erlernte in die Praxis umgesetzt. Zudem standen noch zwei Vorführungen nach dem theoretischen Teil auf dem Plan. Jungkuntz zeigte zunächst was passieren kann, wenn die Inhalte einer Rakete zu brennen beginnen. Im Anschluss wurde ein Rettungsgerät live gezündet, um den Interessierten die Kraft und Wirkung anschaulich demonstrieren zu können. Die Rettungsrakete war jedoch nicht an einem Flugzeug befestigt, sondern auf einer für diese Vorführung hergestellten Vorrichtung. Der Fallschirm kommt so erst nach ca. 75 Metern wieder zum Boden zurück. Der Flugsportclub um Franz Hardi organisierte 10 verschiedene Flugzeuge, damit die ehrenamtlichen Helfer auch die unterschiedlichen Einbausituationen begutachten konnten.

Zum Abschluss bedankte sich KBM Jonas Ludewig noch bei allen Teilnehmern und dem Flugsportclub sowie bei Steffen Jungkuntz. Kreisbrandinspektor Thomas Habermann nahm diesen Dank auch nochmal als Anlass, den Organisatoren für diese ausführliche und interessante Schulung zu danken. Zudem bedankte sich Habermann bei Franz Hardi für die vom Flugplatzteam gesponserte Verpflegung für die Teilnehmer. Keine Selbstverständlichkeit, wie der Kreisbrandinspektor betont, was auch die reibungslose und unkomplizierte Zusammenarbeit zwischen dem Flugplatz Sendelbach und den Hilfsorganisationen zeige. Nach 2 Stunden endete die Veranstaltung mit einer offenen Diskussion zwischen Piloten, Referenten und Besuchern.

Text und Bilder: FF Renteinsdorf