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Warnhinweis der Polizei Unterfranken für Feuerwehren bei Sprengungen von Geldautomaten

Das Polizeipräsidium hat einen Warnhinweis zur Eigensicherung von Einsatzkräften bei Sprengungen von Geldausgabeautomaten verschickt.
(aus Gründen der Übersicht wurden kleinere Anpassungen am Text vorgenommen ohne den Inhalt zu verändern)

 

Sehr geehrte Damen und Herren der unterfränkischen Feuerwehren,

Seit dem Jahr 2015 kommt es europaweit immer wieder zum Kriminalitätsphänomen „Sprengungen von Geldausgabeautomaten“. Aufgrund der gestiegenen Sicherheitsklassen der Tresore in den Geldausgabeautomaten passen die Täter ihren Modus Operandi, also die Vorgehensweise bei der Tatausführung, ständig an und es kommt gewissermaßen zu einem „Wettrüsten“ zwischen den Automatenherstellern und den Tätergruppierungen.

Neben Sprengungen mittels Gaseinleiten verwenden die Täter inzwischen daher auch Selbstlaborate (USBV). In Unterfranken hatten wir im Oktober 2020 den ersten Fall mit Festsprengstoff in Bayern. Die Fallzahlen bundesweit sind jedoch sehr hoch.

Besonders beliebt ist dabei ATP (APEX), welches meist in der Form Triacetonperoxid (TATP) von den Tätern verwendet wird.

Die Täter brechen die Automaten auf und bringen oftmals mehrere Sprengladungen in die Automaten ein und auf die Tastenfelder der Automaten auf. Die USBV werden anschließend fast ausschließlich elektrisch mittels Kabelgezündet.

Neben verheerenden Explosionen, welche auch Gebäude massiv beschädigten, kam es mehrfach vor, dass noch umsetzungsfähige Selbstlaborate unter den Trümmern zurückblieben.

TATP ist derart sensibel, dass dieses meist vor Ort durch die Technische Sondergruppe (TSG) des BLKA gesprengt werden muss. Ein Umsetzen kann durch einfachen Druck oder Schlag erfolgen.

Wir möchten Sie daher bitten, die eingesetzten Feuerwehrkräfte hinsichtlich dieses Umstands zu sensibilisieren und bei derartigen Einsatzlagen unbedingt die EIGENSICHERUNG zu berücksichtigen!!!

Im Einzelfall bzw. bei Unsicherheiten ist es vor dem Betreten der Tatörtlichkeit ratsam, sich zunächst mit den verantwortlichen Einsatzkräften der Polizei abzustimmen, ob die Anforderung der Technischen Sondergruppe des BLKA erfolgen wir und deren Eintreffen vor dem Betreten durch Feuerwehrkräfte abzuwarten ist, um nicht ungewollt eine weitere Detonation auszulösen.

 

Mit freundlichen Grüßen
__________                                                                                                                                   _ 

Kathrin Reinhardt, PHKin
Polizeipräsidium Unterfranken
Sachgebiet E2 – Ordnungs- und Schutzaufgaben

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Telefon: 0931/457-1044; CNP: 7700-1044

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